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Argumente zur  Initiative «Lehrplan vors Volk»

Bildungshoheit der Kantone stärken

Die kantonale Bildungshoheit sorgt dafür, dass die Bildung nahe an den Bürgern diskutiert und umgesetzt wird. Ein Kanton kann von den Erfahrungen anderer Kantone profitieren und so zum Beispiel auch die Einführung von in einem anderen Kanton erfolglos lancierten Projekten verhindern. Der Lehrplan 21 ist ein Beispiel für den Eingriff in die Bildungshoheit der Kantone. Er ist ein ursprünglich rund 500-seitiges, 4500-Kompetenzenumfassendes Werk, das den Kantonen zur Ausarbeitung ihrer Lehrpläne kaum Spielraum lässt. Die Kürzungen, welche nach zahlreichen kritischen Stellungnahmen erfolgt sind, ändern nichts an den grundsätzlichen Kritikpunkten.

Die Bestrebungen, mehr zu zentralisieren und einer Expertengruppe die Verantwortung über die Bildung von allen Kindern zu überlassen, sind zu stoppen. Wir fordern, dass weiterhin die Kantone die Bildungshoheit haben. Mit der vorliegenden Initiative wird diese Bildungshoheit gefestigt.

Demokratisches Mitspracherecht ausbauen

Bildung ist der einzige Rohstoff der Schweiz. Für gute Bildung wird gerne Geld ausgegeben. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass die Bildung nicht fern von den Bürgern, Lehrern, Eltern und Kindern geplant und durchgesetzt wird.

Um dieses Mitspracherecht auszubauen, fordern wir, dass jede Änderung des kantonalen Lehrplans durch den Kantonsrat genehmigt oder abgelehnt bzw. an den RR bzw. BR zur Überarbeitung zurückgewiesen werden kann.

Mittels Referendum soll die Bevölkerung die Möglichkeit haben, gegen den Beschluss des Kantonsrates das Referendum zu ergreifen. Dies sichert eine breite Akzeptanz des Lehrplans in der Bevölkerung.

Wer zahlt befiehlt

Für die Jahre 2014 – 2019 hat die EDK bereits über 1,1 Mio Franken pro Jahr für die Umsetzung des Lehrplan 21 budgetiert. (2014 wurde das Geld bereits ausgegeben!) Damit sollen die Testserien zentralistisch produziert und in der ganzen Schweiz für die Schüler im 2., 6. und 9. Schuljahr durchgeführt werden. Bezahlt würden diese von oben auferlegten Kosten die Kantone: für die Organisation der Tests, für die Textprogramme und für genügend Computer in jeder Primar- und Oberstufen-Schule im Kanton.

Wir meinen: Die Bildungshoheit der Kantone darf nicht auf die Umsetzung und Bezahlung von EDK-Beschlüssen beschränkt werden.

Eine qualitativ gute Schule mit Jahreszielen für jedes Fach

Eine leistungsfähige Schule, die ihren Hauptauftrag der Wissensvermittlung ernst nimmt sowie gute, autonome Lehrer, welche ihre Erfahrungen aus der Praxis in die Schulentwicklung einbringen können, sind zentral. Diese Voraussetzungen sind nötig für gute Schüler und somit die Zukunft unseres Landes.

Wir fordern, dass der Zürcher Lehrplan dem Zweckartikel des Zürcher Volksschulgesetzes entspricht. Dieser schreibt vor: „Die Volksschule vermittelt grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten.“ (§ 2 Absatz 4). Deshalb wollen wir einen Lehrplan mit inhaltlichen Lernzielen, die für jedes Schulfach in jeder Klasse festgelegt werden.

Der Lehrplan 21 erfüllt diese Bedingungen nicht: Er setzt „Kompetenzen“ statt Lerninhalte und „Zyklusziele“ (nach dem 2., dem 6. und dem 9. Schuljahr) statt Jahrgangsziele.

Mit der verstärkten Mitsprache haben Parlament und Bevölkerung die Möglichkeit, sich gegen nicht zielführende und für sinnvolle Lehrplaninhalte zugunsten einer qualitativ guten Schule einzusetzen.